Ihr wollt ein altes Möbelstück aufpeppen, wisst aber nicht wie? Dann seid ihr hier richtig! Heute geht es um Holzbehandlung, und zwar genauer gesagt um das Beizen. Dabei wird der Farbton des Holzes verändert, ohne dass die Holz-Struktur dabei versteckt wird. Manche Beizen können die Struktur der Holzmaserung sogar noch verdeutlichen. Es geht bei dieser Art der Holzbehandlung also nicht darum, das Material zu verstecken, sondern es hervorzuheben.

Nun könnt ihr natürlich sofort zu ManoMano.de flitzen, um Beize zu kaufen. Oder ihr macht euch an die Arbeit, hier findet ihr 7 Holz-Beizen zum Selbermachen! Die Herstellung braucht zwar etwas Zeit, aber die Farben sehen sehr schön aus und das Material ist kostengünstig.

Los geht’s!

Diese Materialien benötigt ihr für 7 verschiedene Beizen:

  • Beize Nummer 1: Eine halbe Tasse weißer Essig und ein Stück Stahlwolle (verwendet besser keinen Putzschwamm aus Edelstahl, da dieser nicht rostet)
  • Beize Nummer 2: Eine halbe Tasse Balsamico-Essig und ein Stück Stahlwolle
  • Beize Nummer 3: Eine halbe Tasse Apfelessig und ein Stück Stahlwolle
  • Beize Nummer 4: Eine halbe Tasse weißer Essig und eine Handvoll rostige Nägel
  • Beize Nummer 5: Eine Schachtel Teebeutel (schwarzer oder grüner Tee)
  • Beize Nummer 6: Eine Tasse Kaffeepulver
  • Beize Nummer 7: Acrylfarbe und Wasser

Und so wird’s gemacht:

Beize 1,2,3 und 4

Für die ersten 4 Rezepturen werden die jeweiligen Inhaltsstoffe einfach in einem Gefäß, wie zum Beispiel einem großen Marmeladenglas, gemischt. Legt also die Stahlwolle oder die rostigen Nägel in eurer Gefäß und gießt dann die jeweilige Flüssigkeit darüber. Jetzt muss man nur noch darauf warten, dass das Metall in der Säure des Essigs reagiert.

Am besten funktioniert diese Reaktion wenn das Gefäß nicht ganz verschlossen ist. So gelangt Luft an die Mischungen, die wiederum wichtig für den Oxidationsprozess ist. Die Deckel von Gläsern sollten also nicht zugeschraubt werden.

Nun müssen die Mischungen 24 Stunden ziehen. Danach kann man die chemische Reaktion stoppen, indem man das Metall aus der Mischung herausnimmt, oder indem die Flüssigkeit in einen anderen Behälter gegossen wird.

Jetzt kann die Flüssigkeit auf das Holz aufgetragen werden. Beachtet bitte, dass man die Veränderung nicht sofort sieht. Es kann durchaus mehr als 10 Minuten dauern bis sich das Holz verfärbt. Außerdem kann die Farbe manchmal bis zum nächsten Tag nachdunkeln. Es ist auch wichtig zu wissen, dass die Farbe der Flüssigkeit nicht unbedingt der Farbe entspricht, die das Holz annehmen wird. Deshalb empfehlen wir  mehrere Tests auf Holzresten zu machen, um zu sehen, ob man mit dem Resultat zufrieden ist.

Beize Nummer 5 und 6

Kommen wir zu der Rezeptur aus Tee oder Kaffee. Die Herstellung ist sehr einfach: man macht das Gleiche, wie bei der normalen Tee- oder Kaffeezubereitung, allerdings mit einer 4-mal höheren Konzentration. Wenn  man also beispielsweise für eine Tasse Tee einen Teebeutel verwendet, müssen jetzt 4 Teebeutel für die gleiche Menge Wasser verwendet werden. In einem Liter Wasser verwendet man also etwa 10 Teebeutel. Die gleiche Vorgehensweise gilt für die Beize aus Kaffee.

Beize Nummer 7

Wenn ihr eine etwas farbenfrohere Variante bevorzugt, haben wir einen andere Idee für euch. Ihr könnt Acrylfarbe in ausreichend Wasser verdünnen und diese Mischung auf dem Holz auftragen. Diese Option ist etwas nachhaltiger als Industrielacke und auch hier bleibt die Holzstruktur schön sichtbar.

So, nun viel Spass beim Ausprobieren! Achtet beim Auftragen der Beize darauf, die Flüssigkeit nicht direkt auf das Holz zu gießen, sondern tragt diese immer mit einem Pinsel oder einem Stoffballen auf. Sonst riskiert man dunkle Flecken auf dem Holz.

Zusätzlich muss man bei dieser Art der Holz-Behandlung beachten, dass sie keinen Schutz vor Feuchtigkeit bietet, da das Holz nicht versiegelt wird.

Quellen:
LaBioguía
Selbst.de

 

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